Ich habe einen schwierigen Weg gewählt, der viel harte Arbeit und Entschlossenheit sowie eine gesunde Prise Widerstandsfähigkeit erfordert

Als Neumünchenerin stellte ich mir die Frage, ob es in der Stadt auch authentisches und leckeres indisches Streetfood gibt. Durch Freunde bin ich auf "Madam Chutney" gestoßen. Neugierig besuchte ich das kleine Restaurant im Norden. Das Restaurant liegt etwas abgelegen in einer unscheinbaren Ladenzeile. Kaum betritt man den kleinen Raum, taucht man in die bunte, bezaubernde Welt der indischen Küche ein. Mittags wird es schnell sehr voll und es kommt vor, dass man mit anderen Gästen einen Tisch teilt. Man kommt schnell ins Gespräch. Madam Chutney alias Prateek Reen trägt mit ihrer Herzlichkeit und sympathischen Ausstrahlung zu einer wunderbaren Atmosphäre bei. Das Essen ist der Wahnsinn! Der nächste Besuch ließ da nicht lange auf sich warten und wir kamen ins Gespräch. Da es im Netz auch noch kein Gesicht zu Madam Chutney gab, ergab es sich fast von selbst, dass wir beschlossen, ihre Geschichte zu erzählen und auf das vielleicht beste indische Streetfood nördlich des Himalaya aufmerksam zu machen. 🙂

Das Restaurant von Madan Chutney befindet sich momentan im Umbau und wir bald wieder eröffnet. Folgt ihr auf Instagram oder Facebook um zu erfahren wann es soweit ist.

Wer bist Du? Was ist Deine Vision mit „Madam Chutney“?
Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes „das Mädchen von nebenan“ mit einer wirklichen Leidenschaft für gutes Essen, die sich getraut hat, zu träumen und ihrer Leidenschaft zu folgen. Ich liebe das, was ich tue, und bin den Leuten in München aufrichtig dankbar, dass sie bisher immer an „Madam Chutney“ geglaubt haben und mir die Möglichkeit gegeben haben, meine Kultur und Küche der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Bei „Madam Chutney“ ist es unsere Vision, bei dem was wir tun, unser Bestes zu geben – wir streben danach köstliches Essen in einer wahrhaft einzigartigen Umgebung zu liefern, um so deine indische Erfahrung mithilfe unseres Gerichts, quasi Bissen für Bissen zu vermitteln. Wir kochen für unsere Gäste so, wie wir für uns selber kochen würden. Wenn es ein Gericht wäre, welches wir nicht selber genießen würden, würde es nicht seinen Weg bis auf die Speisekarte finden. In Zukunft möchten wir unser Essen an ein größeres Publikum quer durch die Republik anbieten.

Wann entstand bei Dir die Idee ein Restaurant zu eröffnen?
Ich habe in den letzten 4-5 Jahren mit dem Gedanken gespielt, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Nachdem ich eine Pause von der Unternehmenswelt genommen habe, wo ich als Marketingmanager gearbeitet habe, habe ich ernsthaft die Möglichkeit in Erwägung gezogen, meinen eigenen Traum vom Unternehmertum zu verfolgen. Das ist die Zeit, in welcher die Idee von „Madam Chutney“ geboren wurde.

"Glaub an Dich, traue Dich zu träumen, bleib stark und sei bereit sehr hart zu arbeiten. Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg."

München ist ganz anders als Indien. Wie war es am Anfang für Dich, als Du nach München kamst?
Ganz ehrlich war München für mich zunächst kulturell und sozial anders. Es war eine Erfahrung, die mir geholfen hat, meinen Horizont zu erweitern und es hat mich dazu herausgefordert, meine Komfortzone zu verlassen. Es ist jedoch eine Stadt, die einem mit der Zeit ans Herz wächst. Es gibt Gelegenheiten die zu ergreifen sind, man muss die Dinge nur mit dem Blickwinkel der positiven Einstellung sehen. Die Leute sind nett, die Kultur ist warm und lebhaft und die Landschaft ist atemberaubend schön. Für mich ist München jetzt eine Stadt, die ich voller stolz und liebevoll Heimat nenne.

Wie hast Du die Behördengänge in Deutschland bewältigt?
Mit Geduld und einer „Gib niemals auf“ Einstellung!

Wo hast Du das Kochen gelernt?
Kochen zu lernen ist für mich schon immer ein fortschreitender Prozess gewesen, ein Prozess der in meinem Jugendalter begann. Als extreme Feinschmeckerin habe ich es geliebt, in der Küche meiner Mutter abzuhängen, um zu sehen, ob es neue Geschmackserfahrungen zu entdecken gab. Im Zuge dessen habe ich voller Begeisterung einige traditionelle Familienrezepte gelernt, die von meiner Großmutter an meine Mutter und dann an mich weitergegeben wurden. Ich liebe es auch Neues ins Essen einzubringen und probiere oft verschiedene Zutaten und Aromen, um mutige und moderne Neuerungen mit traditionellen Rezepten zu kreieren.

Kochst Du oft zuhause?
Oh ja. Zu kochen macht mir genauso viel Spaß, wie zu essen. Für mich ist Kochen eine Sache, bei der man sehr kreativ sein kann und es ist eine Möglichkeit runterzukommen und sich zu entspannen. Glücklicherweise ist mein Ehemann ein großartiger Koch, der oftmals freiwillig das beste selbstgemachte Essen kocht, welches „Madam Chutney“ je gegessen hat.

Wie bleibst Du motiviert?
Ich bin davon überzeugt, dass Motivation intrinsisch sein muss. Ich habe einen schwierigen Weg gewählt, der viel harte Arbeit und Entschlossenheit sowie eine gesunde Prise Widerstandsfähigkeit erfordert. Dennoch ist es eine Sache, die unglaublich lohnend und bestärkend ist. Man muss bis ans Äußerste gehen, um durch schwierige Phasen zu kommen, aber es gibt immer Licht am Ende des Tunnels. Die allgemeine Wertschätzung, die wir von den Gästen erhalten, das große Lächeln, welches wir in ihren Gesichtern sehen, inspirieren mich noch härter zu arbeiten.

Woher bekommst Du Deine Inspiration?
Ich bin der Überzeugung, dass Indien eine unglaublich reichhaltige und vielfältige kulinarische Kultur zu bieten hat. Die Vielfalt der Nahrungsmittel und Aromen, die man quer durch Indien finden kann, werden nirgendwo übertroffen. Die Essensverkäufer auf den Straßen von Indien verdienen es, in ihrer Wichtigkeit betont zu werden, da dort die meisten meiner Gerichte im Jugendalter geformt wurden. Die Kombination der Familienrezepte mit meinen Lieblingsessensständen inspirieren mich innovativ zu sein und authentische Aromen in München zu kreieren.

Was sind Deine aktuellen Herausforderungen und wie gehst Du mit ihnen um?
Eine der größten Herausforderungen, denen ich begegnet bin, war es, als weibliche Unternehmerin in einem männlich dominierten Gewerbe Fuß zu fassen. Anfangs war es sehr schwierig ernst genommen zu werden. Man muss sich durch harte Arbeit, Entschlossenheit und Mut beweisen. Momentan würden wir gerne unser Unternehmen ausdehnen, um unsere Küche mehr Menschen zugänglich zu machen – es ist eine schöne Herausforderung.

Welche Ratschläge kannst Du anderen Unternehmerinnen geben, die ein eigenes Restaurant eröffnen möchten?
Glaub an Dich, traue Dich zu träumen, bleib stark und sei bereit sehr hart zu arbeiten. Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg.

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